Eintagsfliege und ein liebeskranker Frosch

Aus dem Leben einer Eintagsfliege erzählte die MG Konkordia Widnau in ihrem Jahreskonzert im Widnauer «Metropol».

Es war wirklich ein tierischer Abend, den die Musiker der MG Konkordia Widnau den vielen Besuchern im Widebaumsaal bereiteten. Waren doch alle Mitwirkenden als Tiere verkleidet, hatten doch alle gespielten Musikstücke mit Tieren zu tun. Zwischen den Stücken wurde in komödiantischen Szenen die Geschichte einer Eintagsfliege mit Allmachtsfantasien erzählt. Und schliesslich wurde auch noch tierisch guter Sound geboten.

Unglaublicher Ritt auf dem Drachen

Den Beginn machte die regionale Beginnerband Popkorn, in der unter musikalischer Leitung von Sonja Reinthaler neun- bis zwölfjährige Kinder aus Au, Berneck, Heerbrugg und Widnau gemeinsam musizieren. Gefolgt von der Jugendmusik Widnau, die von Dirigent Raphael Rebholz geführt, mit der Titelmusik aus dem Animationsfilm «The Incredibles – die Unglaublichen» eröffnete. Und unglaublich gut spielte. Auch bei ihrem unglaublichen Ritt auf dem geflügelten Drachen, als sie nämlich die Musik aus dem Film «Drachenzähmen leicht gemacht» ebenso unglaublich fehlerlos intonierte.

Menagerie tierischer Gestalten

Lautes Lachen begleitete die zu ihrem Auftritt einmarschierenden Mitglieder der MG Konkordia Widnau. Denn alle Musikanten waren als Tiere verkleidet. Da reihten sich Löwen an Fledermäuse, Wasserbüffel an Tiger und Panther an Eintagsfliegen. Sogar die Hauptakteure aus dem Disney-Musical «Die Schöne und das Biest» waren zu sehen. Diese Menagerie von originellen Verkleidungen setzte dann zum Höhenflug durch tierisches Musikgut an.

Begeisternd vorgetragen, wie zu Konzertbeginn die «Fledermaus- Ouvertüre» von Johann Strauss. Zu den grössten Schöpfungen des berühmten Wiener Komponisten zählend, fasst diese in freier Sonatenhauptsatzform geschriebene Komposition die zahlreichen musikalischen Höhepunkte des gesamten Werks von Strauss zusammen und ist mit ihrer abwechslungsreichen Dynamik auch für Spitzenorchester immer wieder eine Herausforderung. Eine Herausforderung, die die Widnauer Blasmusiker unter der exakten Stabführung ihres musikalischen Leiters Thomas Wieser grossartig meisterten. Differenziert, einfühlsam und mit weichem Klang zeigten sie bei den schwierigen Übergängen von forte zu piano, von laut zu leise und umgekehrt ihr grosses Können. Tierisch ging es weiter. Wobei bei einem Konzertabend, der sich um Musik zum Thema «tierisch» dreht, natürlich die Filmmusik mit Werken aus dem Disney-Konzern nicht wegzudenken ist.

Eintagsfliege mit Allmachtsfantasien

Verbunden wurden die Songs aus «König der Löwen», «Dschungelbuch» und «Die Schöne und das Biest» durch die zum Lachen komische szenische Darstellung des Lebens einer auf einem stinkenden Misthaufen geborenen Eintagsfliege, die die Macht über das Tierreich haben will und auf ihrer Suche nach Unterstützern auf die in den Musikstücken vorkommenden Tiere trifft.

Wie etwa auch auf einen liebeskranken Frosch. Liebeskrank? Ja, denn er war gerade von seiner Miss Piggy verlassen worden. Auf diese Episode folgte Musik aus «The Muppet Show Theme», das der geniale Erfinder dieser Puppenshow aus den Siebzigerjahren gemeinsam mit Sam Pottle geschrieben hat. Wie das restliche Konzert war auch dieses Stück fröhlich, leicht, lustig und fand ohne Umschweife den Weg in das Herz eines jeden Musikliebhabers. So auch die Titelmelodie aus der Zeichentrickserie «Die Biene Maja», eine Reminiszenz an den kürzlich verstorbenen Interpreten Karel Gott, die von den Musikanten mit ebenso grossem Können und grosser Spielfreude wie alle Stücke des Abends interpretiert wurde.

Text Gerhard Huber